"Warten auf das große Glück" / Inhalt

Kurz und knapp: Wo steckt es denn nur, das Glück? In der Familie, im Erfolg, in der Eigenständigkeit? Die Sängerin Verena und ihre Managerin Erika haben da sehr unterschiedliche Vorstellungen. In dem tragikomischen Musiktheaterstück „Warten auf das große Glück“ prallen kurz vor einem wichtigen Auftritt ihre archetypischen Ideale aufeinander. Bekannte Songtexte, überraschend und neu mit jazzigen, klassischen und poppigen Melodien kombiniert, befeuern das Duell der Glückskonzepte. Am Schluss steht Wahrhaftigkeit. Und ein wenig Hoffnung.

Die Story: Verena (Birgit Baltzer) ist Chansonette, Erika (Petra Mayer) ihre Managerin. Beide tingeln seit zehn Jahren gemeinsam durch Deutschland. Wir erleben sie backstage, kurz vor dem Auftritt an einer ausverkauften Kleinstadtbühne. Verena sprudelt über vor Lebensfreude. Sie ist frisch verliebt - wie so oft. Erika ist ebenfalls guter Dinge, denn sie wähnt sich dem Erfolg auf internationaler Ebene nahe. Als Verena ihr aus heiterem Himmel mitteilt, sie werde heiraten, Karriere hin oder her, ist Erika zunächst fassungslos. Und holt nach kurzer Schockstarre zu einem Rundumschlag aus. Die Glückskonzepte der beiden kollidieren mit Krawumm: Verenas Ideal vom Familienglück vs. Erikas pragmatischer Glaube an die Eigenständigkeit. Unter dem
zeitlichen Druck des nahen Auftritts reiben die Frauen einander auf. Ihre verborgenen Gefühle knallen aufeinander und legen ungeahnte Verletzungen, Hoffnungen und Sehnsüchte frei.

Der besondere Kniff: Die Figuren äußern ihre wahren Gedanken und Emotionen musikalisch, und zwar in beschwingten, herzergreifenden oder schrägen Songs. Manch einer im Publikum stutzt und spitzt die Ohren: Ist das nicht der Text von Grönemeyers “Flugzeuge im Bauch”, unterlegt mit neuen Akkorden, die Gänsehaut verursachen? Und wie heißt gleich noch die Melodie, mit der Verena ihren Schwanengesang auf die heile Welt anstimmt – “La Habanera”? Ja, genau. Unser Konzept erschüttert absichtlich Hörgewohnheiten. Und vermittelt durch die geschickte Kombination vertrauter Texte und Melodien überraschende neue Nuancen an Altbekanntem.